Tesla Model S

Produkte im 21. Jahrhundert – Software bestimmt den Wert

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Immer häufiger bestimmt Software den Wert eines Produkts. Das gilt sogar für physische Produkte, die wir in der Vergangenheit als Gipfel der Ingenieurskunst angesehen habe. Das deutlichste Beispiel liefert Tesla. Der Autobauer aus dem Silicon Valley kann seine Fahrzeuge per Software in ein anderes Modell verwandeln – sogar nachträglich und ohne Werkstattbesuch.

Was halten Sie von einem Elektro-Auto mit einer Reichweite von 335 km mit einer Batterieladung? Wieviel wäre es Ihnen wert, wenn Sie das ansonsten gleiche Fahrzeug mit einer Reichweite von 400 km bekommen könnten? Sind 8.500 $ ein angemessener Preis für diesen Wert? Falls Ihnen die geringere Reichweite ausreicht, kaufen Sie doch Teslas Model S60. Wenn Sie die höhere Reichweite haben möchten, können Sie Teslas Model S75 kaufen.

Doch vielleicht geht es Ihnen wie mir: Die Reichweite eines Elektro-Autos ist für mich noch schwer zu fassen. Die Ladezeit und Verfügbarkeit von Ladestationen spielt in die Entscheidung hinein. Welches Modell für mich richtig ist, kann ich erst sagen, wenn ich es ausprobiere. Doch in der Vergangenheit war es ein teurer Spaß, sich für das falsche Auto zu entscheiden. Der Wertverlust im ersten Jahr sprach dafür, sich sorgfältig zu überlegen, welches Modell es sein soll.

Wie Bloomberg berichtet bietet Tesla mit seinem Model S einen Ausweg an: Ich kann zunächst ein Model S60 kaufen und wenn ich später die Leistung eines Model S75 haben möchte, bekomme ich für 9.000 $ ein Model S75 (also nur 500 $ Aufpreis im Vergleich zur Entscheidung beim Kauf). Und das Beste: Der Fahrzeug“tausch“ erfordert keine Zeit, keine Ummeldung, keine Werkstatt, keinen Besuch beim Händler. Der Tausch besteht ausschließlich in einem Software-Upgrade. Software ist der einzige Unterschied zwischen S60 und S75. Software und 9.000 $. Das Upgrade wird übrigens per Mobilfunknetz eingespielt. Im O-Ton von der Tesla-Seite klingt das wie folgt:

Software-Updates über Mobilfunk fügen neue Funktionen hinzu, erhöhen die Leistung und sorgen für ein noch angenehmeres Fahrerlebnis. Genauso, wie Sie Updates für Ihr Smartphone empfangen, erhalten Besitzer eines Model S die Updates für ihr Fahrzeug über Fernverbindung, ohne dass sie dafür eine Werkstatt besuchen müssen. […] Dank der Mobilfunkanbindung ist es möglich, Updates der gesamten Tesla Flotte zur Verfügung zu stellen und in wenigen Stunden revolutionäre neue Funktionen für die Besitzer bereitzustellen.

Keine technische Verbesserung, nur Software? Eine Mogelpackung also? Mitnichten. Die Leistung ist ja tatsächlich höher. Und wer sich bisher vom Chip Tuning ferngehalten hat – etwa aus technischen oder rechtlichen Sorgen -, wird sich freuen, dass das Tuning nun vom Hersteller selbst kommt. Gewährleistungszweifel sollten damit ausgeschlossen sein. In Deutschland wird das Vorgehen bestimmt noch ein Thema bei der Zulassung und der Versicherung sein, aber auch dabei dürften Laien mehr Vertrauen in den Hersteller als in den „Schrauber nebenan“ haben.

Auch deutsche Spitzentechnologie lebt von der Software

Dass das Tesla-Beispiel kein Einzelfall ist und nicht einmal mehr die Unterschiede zwischen Deutschland und dem Silicon Valley darstellt, belegt der deutsche Roboterbauer Kuka.

Kuka

Erste kürzlich berichtete die Tagesschau über den möglichen Verkauf von Kuka. In dem Bericht heißt es, „Kukas Technologie gilt als Aushängeschild deutscher Robotertechnik“. Und weiter: „Vor allem die von der Firma entwickelte Software zur Kommunikation von Mensch und Maschine gilt als zukünftige Schlüsseltechnologie.

Beide Beispiel unterstreichen, weshalb wir bei Kutura sagen, Software ist der Innovationstreiber Nr. 1. Wer Software-Entwicklung nicht in den eigenen Händen hat, verspielt dieses Innovationspotential.

Software ist unser Geschäft. Wir machen es zu Ihrem. Sprechen Sie uns jetzt an.