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Wie digitalisiert man Rasierklingen?

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Digitale Transformation, Innovation, Standpunkt

Rasierklingen, Waschmittel, Kondome – Fast Moving Consumer Goods (FMCG), wie solche Produkte mittlerweile heißen, drängen sich für die Digitalisierung nicht gerade auf. Wie sollte das auch gehen, eine digitale Rasierklinge? Der Kaufprozess lässt sich jedoch sehr wohl digital transformieren. Und das ist keine bloße Idee, sondern bereits in einem realen Produkt umgesetzt.

Wo kaufen Sie Ihre Rasierklingen? Und welche? Wenn es Ihnen wie mir geht, sind Sie bezüglich des Händlers nicht gebunden. Bei der Marke bin ich allerdings konservativ, was wohl auf das bekannte Razor and blades business model zurückzuführen ist. Der Hersteller hat es also gut verstanden, mich an sich zu binden.

Für den Händler ist die Sache jedoch eine andere. Bislang hat es noch keiner verstanden, mich dauerhaft und exklusiv im Bereich FMCG an sich zu binden. Wieso auch? „Meine Nudeln kaufe ich nur bei Supermarkt X.“ Das ist keine Aussage, die mir bislan sinnvoll erschien.

Welcher Händler könnte für FMCG mein Verhalten mit digitaler Technik ändern? Vielleicht ein großer Online-Händler mit eigener IT-Kompetenz und großer Marktmacht. – Richtig: Amazon. Amazon schickt sich an mein Hoflieferant für Rasierklingen und anderes zu werden. Und wie macht er das?

Die Grundidee ist einfach: Nach der Ein-Klick-Bestellung kommt der Ein-Knopf-Kauf. Dash Button heißt die Technik. „Der Amazon Dash Button ist ein mit WLAN verbundenes Gerät, mit dem Sie Ihre Lieblingsprodukte per Knopfdruck nachbestellen können„, schreibt Amazon auf seiner Seite. Im Repertoire sind Dash Buttons für Waschmittel, Rasierklingen, Kondome und vieles mehr.

Ihnen geht das Waschmittel aus – ein Druck auf den Knopf genügt und der Nachschub kommt per Premium-Versand am nächsten Tag. Sie legen selbst fest, welche Produktvariante (z.B. Packungsgröße) der Dash Button zu Ihnen liefert. Die initalen Kosten von 4,99 € für das Gerät erstattet Amazon Ihnen in Form eines rabattierten Produktpreises nach dem ersten Knopfdruck. Die Liste der per Dash kaufbaren Produkte ist durchaus lang.

Gegenwind von der Verbaucherzentrale

Die Verbraucherzentrale NRW ist kein Fan von Dash. Eine Abmahnung erging bereits an Amazon, schreibt t3n. „Experten und Verbraucherschützer sehen große rechtliche Probleme“, heißt es im Handelsblatt. Die europäische Rechtslage ließe das Geschäftsmodell nicht zu. Zusammengefasst geht es darum, dass dem Käufer bestimmte Pflichtinformationen zum Kaufzeitpunkt (Knopfdruck!) nicht bekannt seien, zum Beispiel der Preis. Amazon dürfte in seiner Argumentation auf folgende Eigenschaft des Buttons und Kaufprozesses verweisen: „Sie erhalten bei jeder aufgegebenen Bestellung eine Bestellbestätigung, sodass Sie die Bestellung vor dem Versand stornieren können.

Wie auch immer die rechtliche Bewertung oder die Akzeptanz durch den Kunden ausfällt, Amazon ist es mit dem Dash Button zumindest gelungen, den für digitale Transformation nicht so einfachen Bereich der Fast Moving Consumer Goods anzugehen. Den Gang zum Supermarkt verhindert der Online-Händler in meinem Fall damit nicht. Aber vielleicht landen in Zukunft einige Produkte weniger im Einkaufswagen.

 

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