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Sie finden keine IT-Fachkräfte? Hier ist die Lösung.

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Gute Mitarbeiter zu finden, ist nicht einfach. In der IT ist es derzeit besonders schwierig. Zu groß ist der Bedarf durch Digitalisierung & Co. Doch was wäre, wenn Ihre Firma so attraktiv wäre, dass 100.000 Menschen pro Monat Sie darum bitten würden, für Sie arbeiten zu dürfen? Unmöglich? Unvorstellbar? Unpraktikabel? Sie könnten die Menge gar nicht bearbeiten? Na, dann sollten Sie sich die Geschichten dieser beiden Startups gar nicht erst durchlesen.

Ich möchte Ihnen zwei Geschichten erzählen, die Geschichten von Startup A und von Startup B.

  • Startup A wurde vor ein paar Jahren gegründet und operiert in einem gesättigten „Old Economy“-Markt mit starkem Wettbewerb.
  • Drei Produkte hat man mittlerweile auf den Markt gebracht.
  • Alle Geschäftsjahre endeten mit einem Verlust.
  • Das Produkt, das man ursprünglich versprochen hat, ist noch nicht auf dem Markt.
  • Das Unternehmen musste mehrfach frisches Kapital einwerben, um die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden.
  • Ein etablierter Konkurrent von Startup A, der bereits seit über 100 Jahren existiert, bringt nun das Produkt auf den Markt, das Startup A immer entwickeln wollte. Diese Tatsache veranlasst die New York Times über Startup A zu schreiben, die Firma sei bald am Ende ihrer Möglichkeiten.

Was denken Sie, wie anziehend ist Startup A für junge, gesuchte Fachkräfte? …

Und nun zu Startup B:

  • Startup B hat für jedes seiner Produkte nicht nur zufriedene Kunden gewonnen, sondern sogar solche, die stolz auf das Produkt sind.
  • Die Begeisterung für die Produkte von Startup B zeigt sich an den Zahlen: Eines der Produkte hat in der ersten Woche nach Markteinführung einen Umsatz von 800 Mio US-$ erzeugt.
  • Ein anderes Produkt hat nach seiner Ankündigung in einer Woche Vorbestellungen und Anzahlungen von über 300 Mio US-$ ausgelöst, die auf 12 Mrd US-$ anwachsen werden, wenn das Produkt fertig ist.
  • Zu den Investoren gehören Peter Thiel (PayPal), Sergey Brin und Larry Page (Google), zwei der größten Industriekonzerne der Welt, sowie eine Reihe von institutionellen Anlegern.
  • Ein etablierter, großer Konkurrent hielt die Technik, die Startup B entwickelt hat, für nicht realisierbar. Der Konkurrent musste Konkurs anmelden.
  • Startup B möchte die alten Produkte seines Marktes komplett verdrängen und damit zum Wohle des Planeten und der Menschheit beitragen.
  • Dazu unternimmt Startup B eine Open-Source-Initiative und legt alle eigenen Erkenntnisse offen, damit auch Dritte bessere Produkte bauen können.
  • Kein bisheriger Produktgewinn wurde an Investoren ausgezahlt; alle Gewinne wurden in die nächste Produktgeneration und neue Produkte investiert.

Wie beurteilen Sie die Anziehungskraft von Startup B auf potentielle Mitarbeiter?

Nun ist es an der Zeit, den Vorhang zu lüften und die beiden Startups A und B vorzustellen: Sie heißen beide Tesla Motors.

Wie kann das sein, wo doch die Fakten über die beiden Startups A und B zum Teil widersprüchlich sind? Die Antwort: Ich habe mir erlaubt, bei der Darstellung gelegentlich die dokumentierten Fakten durch die allgemein wahrgenommenen Fakten zu ersetzen. Hier ein kurzer Faktencheck:

1. Die Konkurrenz

In den einleitenden Geschichten sind nicht nur die beiden Startups A und B ein und dieselbe Firma, auch bei dem jeweils genannten Konkurrenten handelt es sich um ein Unternehmen: General Motors. Die General Motors Corporation wurde 1908 gegründet und musste rund 100 Jahre später Konkurs anmelden. Im Zuge einer staatlichen Unterstützung von rund 50 Mrd US-$ wurde im Jahre 2009 die General Motors Company gegründet. Durch späteren Verkauf der Anteile hat der US-amerikanische Staat 40 Mrd US-$ eingenommen, unterm Strich G.M. mit 10 Mrd US-$ gefördert.

Dass hier G.M. in die Rolle des Konkurrenten schlüpft, während es doch viele andere Hersteller gibt, ist kein Zufall. Dazu unten mehr, wenn es um den Bolt und Ampera-E geht.

2. Innovative Technik und Einfluss auf andere Hersteller

Im Jahr 2009 wird der damalige Vice Chairman von General Motors, Robert Lutz, mit folgender Aussage zitiert: „All the geniuses here at General Motors kept saying lithium-ion technology is 10 years away, and Toyota agreed with us—and boom, along comes Tesla. So I said, ‚How come some tiny little California startup, run by guys who know nothing about the car business, can do this, and we can’t?‘ That was the crowbar that helped break up the log jam.“

Demzufolge hat erst die Arbeit von Tesla Motors dafür gesorgt, dass G.M. mit dem Chevrolet Volt einen Schritt in Richtung Elektroantrieb unternommen hat (der Volt besitzt einen Hybridantrieb).

Auch auf andere Hersteller hat Tesla Einfluss: Mit Daimler und Toyota bestehen Kooperationen. Beide Firmen hatten sich in der Vergangenheit finanziell an Tesla beteiligt, und beide setzen Tesla-Technik in verschiedenen Elektrofahrzeugen ein.

3. Open Source

Bis zum Jahr 2014 schmückten Tafeln mit Informationen über die Patente von Tesla Motors eine Wand im Firmengebäude. Diese Tafeln wurden entfernt, nachdem die Firma den Verzicht auf die Ausübung der Patentrechte bekanntgegeben hat.

Tesla Patent Wall, By Steve Jurvetson (Flickr: The Tesla Patent Wall at HQ, now set free) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Tesla Patent Wall, By Steve Jurvetson (Flickr: The Tesla Patent Wall at HQ, now set free) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Wikipedia nennt folgende Motivation von Elon Musk, dem Gründer von Tesla:

Reasons expressed for this stance include attracting and motivating talented employees, as well as to accelerate the mass market advancement of electric cars for sustainable transport. „The unfortunate reality is, electric car programs (or programs for any vehicle that doesn’t burn hydrocarbons) at the major manufacturers are small to non-existent, constituting an average of far less than 1% of their total vehicle sales,“ Musk said.

4. Ist Tesla Motors ein Autohersteller?

Es ist richtig, dass die Firma Autos herstellt (bislang drei Modelle), aber eben nicht nur. Sie hat auch ein Speichersystem für elektrische Energie (Powerwall) und Solaranlagen (durch Übernahme von SolarCity) im Angebot. Die Powerwall hat innerhalb von einer Woche ab Markteinführung 800 Mio US-$ Umsatz erzeugt.

5. Sind Elektroautos Teslas Mission?

Auch das stimmt, aber es ist nicht alles. Mit eigenen Worten klingt es so: „Tesla beschleunigt den Übergang auf nachhaltige Mobilität und Energieerzeugung – mit den weltbesten Elektro-Automobilen und Energiespeichern. Unsere Mission begeistert die besten und hellsten Köpfe der Welt, die zu uns kommen, um an dieser Zukunft mitzuwirken.“

Was unterscheidet Tesla von anderen Autoherstellern?

Es gibt einen ganz wesentlichen Unterschied, der vordergründig nach Marketing klingt, der aber die Faszination von Tesla Motors ausmacht: Tesla will die Branche revolutionieren und Mobilität umweltverträglich machen. Es geht nicht um Autos. Für diese Aussagen gibt es eine Reihe von Belegen:

  1. Das ist genau das, was die Firma im Mission Statement über sich sagt.
  2. Tesla tritt als Erstausrüster für andere Autohersteller auf.
  3. Wie bereits erwähnt, hat Tesla seine patentierte Technik zur Nutzung durch Dritte freigegeben.
  4. Während in der Autoindustrie bis zu 80% der Teile von Zulieferern kommen, ist Tesla zu 80% vertikal integriert. Dadurch ist zu erwarten, dass im Vergleich zu Wettbewerbern ein größerer Teil der Umsätze im Unternehmen verbleibt. Peter Thiel sieht in der vertikalen Integration den Schlüssel zu Teslas Erfolg.

Wird Tesla mit dieser Strategie Erfolg haben? Manche sehen die Zukunft düster: Die New York Times hat im September geschrieben, dass Chevrolet noch in diesem Jahr das Auto auf den Markt bringt, das Tesla Motors immer bauen wollte, und die Zeitung fragt: „How Did G.M. Create Tesla’s Dream Car First?“ In Deutschland wird der Chevrolet Bolt im Gewand des Ampera-E ab 2017 von Opel vertrieben. Je nach Messmethode hat das Fahrzeug eine Reichweite von 380 bis 500 km. Der Preis soll nach Informationen des Spiegel bei circa 35.000 € liegen, also auf dem Niveau des Model 3, das erst „ab Mitte 2018 oder später“ in den USA zur Auslieferung kommt.

Ich halte es für falsch bei Tesla Motors nur auf die Fahrzeuge zu blicken. Vielleicht ist die Disruption, die Tesla eingeleitet hat, schlicht das Ende der Verbrennungsmotoren. Halten Sie das für möglich? Ich glaube das – und viele andere Menschen ebenfalls; VW hat jüngst geholfen. Aber wer hätte es geglaubt als Tesla vor gerade einmal zehn Jahren sein erstes Fahrzeug auf den Markt brachte? Zehn Jahre und schon darf man darüber sprechen. Die Grünen tun es (na gut, das war zu erwarten), die Norweger tun es (das war angesichts deren Öls nicht zu erwarten), der Bundesrat tut es (bitte?), Holland, Österreich und Indien tun es auch, nur Baden-Württemberg tut es nicht (klar, man schaue auf die Industrie im Ländle).

Reden wir hier über Peanuts? Ganz sicher nicht! „Der Verkehr ist der einzige Sektor, der seine Treibhausgas­emissionen seit 1990 nicht verringert hat.“ (Quelle: Klimaschutzplan 2050)

Das Ende der Verbrennungsmotoren…

… mit dem großen Versprechen sauberer Mobilität – was unzweifelhaft von der Quelle der elektrischen Energie abhängt – sorgt für die Anziehungskraft von Tesla. Das ist nicht einfach noch ein Autobauer. Es geht darum keine giftigen Stoffe in die Atmosphäre ausstoßen. Es geht um eine grundlegende Veränderung einer ganzen Industrie auf dem gesamten Planeten. Eine Änderung, die so groß sein kann, dass sie einen positiven Einfluss auf das Klima der nächsten Jahrhunderte ausübt.

Was kann der Deutsche Mittelstand daraus lernen?

  1. lesson learned: Auch wenn Ihr Unternehmen einem klassischen Industriezweig angehört, können Sie euphorische Begeisterung für Ihre Produkte entfachen.
    • Ein Autohersteller kann eine Faszination auslösen, die sonst nur von IT-Firmen und -Startups bekannt ist. Bei Tesla spielt Software eine überragende Rolle, und gleichzeitig ist die Vision davon nicht berührt.
    • Teslas Powerwall hängt passiv an der Wand und sieht aus wie ein Nachtspeicher. Noch weniger sex appeal geht gar nicht. Und doch: 800 Mio US-$ Umsatz in der ersten Woche nach Verkaufsstart.
  2. lesson learned: Denken Sie groß. Und wenn Sie das geschafft haben, denken Sie noch größer.
  3. lesson learned: Halten Sie mit Ihren großen Zielen nicht hinterm Berg. Selbst wenn es ein geheimer Masterplan ist, gehört er in die Öffentlichkeit, um Anziehungskraft zu entwickeln.

Und das funktioniert?

Nun, zumindest für eines von Teslas erklärten Zielen funktioniert es: „Unsere Mission begeistert die besten und hellsten Köpfe der Welt, die zu uns kommen, um an dieser Zukunft mitzuwirken.“

Im Jahr 2015 gibt der Personalleiter in einem Interview bekannt:

„In the last 14 months we’ve had 1.5 million applications from around the world. People want to work here.“

 

 

Möchten Sie auch einen Weg einschlagen, der Ihr Unternehmen zum Anziehungspunkt für die besten und hellsten Köpfe der Welt macht? Dann sollten wir uns unterhalten: Nehmen Sie JETZT Kontakt zu uns auf!

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