DigitalisierungStandpunkt

Daten sind das neue Gold

Goldbarren (CC BY-SA 4.0) Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:400-oz-Gold-Bars-AB-01.jpg

Immer wieder ist im Zusammenhang mit den Themen Big Data und Data Mining die Rede davon, dass Daten das neue Öl seien. Dahinter steht das Bild einer nie versiegenden Quelle von Reichtum. Ich sehe Ölpumpen vor meinem geistigen Auge, die tiefschwarzes, dickflüssiges Öl als Sinnbild von Wohlstand ans Tageslicht fördern. Diesen Vergleich halte ich für irreführend.

Beim Laien ruft er die Erwartung hervor, man hole sich einfach einen Experten und der werde unsere überlaufenden Festplatten in Geld verwandeln. Wenn der Experte dann auch noch Data Mining betreibt, sind wir gleich beim anderen Bodenschatz, der Kohle, die durch Bergbau (Mining) gewonnen wird.

Mir scheint die Metapher „Daten sind das neue Gold“ deutlich passender zu sein. Ein paar Argumente:

  • Während Öl „gefördert“ wird, wird Gold „gefunden“. Mit dieser Begrifflichkeit geht einher, dass niemand eine Prognose wagte, wie erfolgreich der Versuch, Gold zu finden, denn sein würde. Bei der Nutzung von Daten ist es nicht anders.
  • Gold gilt gemeinhin als selten, während Öl in profanen Fässern als Massenware verscherbelt wird; durchaus zu einem stolzen Preis, aber immer noch als Massenware. Der Wert der Daten besteht jedoch nicht in der schieren Masse, sondern unter Umständen aus nicht mehr als genau einer Antwort auf eine unternehmenskritische Frage; eine Antwort, die ich aus Tonnen von nutzlosen Daten herauswasche. Die nutzlosen Daten werfe ich weg, wie das Gestein, das die Goldader umgibt.
  •  Öl ist – zumindest als Energieträger – ersetzbar; durch Gas, Wasser, Wind usw. Insofern: nichts Besonderes. Aber wer will heute schon auf die Nutzung von Daten verzichten?
  • Last, but not least: Überall, wo Gold zum Einsatz kommt – vom Ehering bis zur olympischen Medaille – symbolisiert Gold den besonderen Wert. Diese Symbolkraft passt für mich viel besser zur Nutzung von Daten als der Vergleich mit einem Rohstoff, den wir u.a. verbrennen.

Aus diesen Gründen schlage ich vor, dass wir die Öl-Metapher durch die Gold-Metapher ersetzen, wenn wir über Datenanalyse, Data Mining und Big Data sprechen. Ich bin überzeugt, dass dieser Vergleich dem Anwender ein akkurateres Bild gibt und gleichzeitig die Arbeit von uns digitalen Experten ins rechte Licht rückt.

#DataIsGold

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