InnovationMittelstandStandpunkt

Die Key Facts des KfW-Innovationsberichts 2015

Die KfW hat heute Ihren neuen Innovationsbericht für den deutschen Mittelstand veröffentlicht. Der Tenor lautet „Innovationen trotz leichter Erholung weiterhin im Tal“. Wer mehr als nur die Pressemeldungen liest, findet im KfW-Text die eigentlichen Key Facts.

Der Anteil der innovativen Unternehmen liegt mit aktuell 29% „weiter auf niedrigem Niveau“. Vergleicht man den derzeitigen Stand mit der Entwicklung der vergangenen Jahre, stellt man fest, dass der Höchststand im Jahr 2004 bei 43%  lag. In den vergangenen Jahren ging es mit der Innovationskraft also bergab.

Doch was ist eigentlich Innovation und was ist ein Innovator?

Als Innovator gilt der KfW ein Unternehmen, das über die Hälfte seines Umsatzes mit einer Innovation erzielt. Ein Produkt gilt als neu, wenn das betreffende Unternehmen das Produkt innerhalb der vergangenen fünf Jahre auf den Markt gebracht hat. Soweit so gut. Aber der wesentliche Punkt steckt in diesen Definitionen noch nicht drin. Er lautet:

Auch eine Imitation ist eine Innovation!

Die KfW nennt auch ein solches Unternehmen einen Innovator, das ein bereits auf dem Markt befindliches Produkt imitiert. Das dürfte der landläufigen Auffasung von „Innovation“ entgegenlaufen.

Ein Beispiel:

Im Jahre 2010 erscheint die App „Mytaxi“ des Startups Intelligent Apps.

Die Funkzentralen haben jahrzehntelang weder ein neues Produkt eingeführt, noch ihr Geschäftsmodell modernisiert. Sie haben ausschließlich den Status Quo zementiert. Ales Reaktion auf „Mytaxi“ kopieren sie die Idee, erzielen damit Umsätze und gelten deshalb als Innovator.

Unabhängig davon, wie man den Taxi-App-Markt bewertet, sind Zweifel berechtigt, ob Deutschland durch diese Art von Innovation vorangebracht wird. Der Schritt der Funkzentralen war gut und richtig, aber nicht innovativ.

Wirkliche Innovation ist in Deutschland Mangelware

Die KfW-Studie verheimtlicht diesen Sachverhalt nicht, sie stellt ihn gut dar. Denn auch die Zahlen für echte Marktneuheiten sind im Bericht der Förderbank enthalten. Demnach haben im betrachteten Zeitraum nur 5% der Unternehmen eine Marktneuheit entwickelt. DAS IST DIE ZAHL, AUF DIE ES ANKOMMT!

Die weiteren Key Facts lauten:

  • Die international agierenden Unternehmen schwächeln bei der Innovation:
    Traditionell bringen international agierende, mittelständische Unternehmen die meisten Innovationen hervor. Die KfW führt das auf den stärkeren internationalen Wettbewerb zurück. Während sich die Innovationsaktivitäten bei lokal und national tätigen Firmen wenig verändert hat, gibt es einen deutlichen Rückgang bei den Mittelständlern, die den internationalen Markt bedienen.
  • Auf das Alter kommt es an:
    Unternehmen mit einem höheren Anteil älterer Beschäftigter bringen weniger Innovationen hervor.
  • Innovationskooperationen sind wichtig:
    Der Mittelstand ist – laut Meinung der KfW – gut beraten, in Sachen Innovation mit Partnern zu kooperieren. Dadurch lassen sich insbesondere Erfolgsrisiken minimieren. Kurz gesagt: Sie sollten jemanden fragen, der sich mit dem Thema Innovation auskennt.
  • Wissenstransfer gelingt nicht:
    Für die Übernahme von Erkenntnissen aus der Wissenschaft „dürfte jedoch vielen Mittelständlern die Anschlussfähigkeit der eigenen Wissensbasis fehlen“, schreibt die KfW. Gerade im schnell voranschreitetenden Digitalen Business mit nahezu täglichen Neuerungen ist es unerlässlich, neue Erkenntnisse schnell übernehmen zu können.
  • Finanzierung ist ein Problem:
    Eine Ursache für den Mangel an Innovation ist der Mangel an Finanzierungsquellen. Aus diesem Grund brauchen Sie einen Partner, der Innovationen schnell umsetzen kann, MVP-getriebene Produktentwicklung beherrscht und wie ein Start-up denken, handeln und planen kann; letzteres, um auch den Zugang zu externen Investoren zu erleichtern.

 

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Der Volltext des Innovationsberichts ist bei der KfW zu finden.