DigitalisierungStandpunkt

Fünf Beispiele wie Digitalisierung dem Umwelt- und Klimaschutz nutzen kann

Es gibt zahlreiche Ansätze wie Digitalisierung zu positiven Effekten beim Umwelt- und Klimaschutz führen kann. Wir haben fünf Beispiele zusammengestellt:

Abschied vom Papier? — Unsere Beispiele 1 bis 3

Keine Sorge, das oft beschworene papierlose Büro soll hier nicht schon wieder als Alibi herhalten. Ein Redakteur der Wirtschaftswoche hat 2013 einen Selbstversuch gemacht und kommt zu dem Ergebnis: Es ist ein holpriger Weg – aber machbar!

Spannend war der Ansatz des World Wide Fund For Nature, der ein neues Dateiformat einführen wollte: Es heißt WWF (sic!) und kann nicht ausgedruckt werden. Allerdings sind seitdem mehr als fünf Jahre vergangen. – Wie sieht es bei Ihnen aus? Hat Ihnen schon einmal jemand ein Dokument mit der Endung .wwf geschickt? Mir auch nicht. Technisch handelt es sich übrigens um ein PDF mit gesperrter Druckfunktion.

Um beim Papier zu bleiben: Die Einsparung desselben sehe ich durch E-Books als durchaus relevant an. Laut Wikipedia wurden 2014 in Deutschland 24,8 Millionen Bücher nicht gedruckt, sondern als E-Book verkauft. Ein Jahr zuvor überschritten die Verkaufszahlen in den USA bereits eine halbe Milliarde Stück.

Betrachtet man die dahinterliegende Produktions- und Lieferkette – vom Holz zum Papier zur Druckerei zum Handel zum Kunden – handelt es sich um eine erhebliche, positive Wirkung für die Umwelt.

Straßenverkehr — Beispiel 4

Die Firma Uber hat einen Mitfahrservice namens uberPOOL gegründet. In den ersten acht Monaten hat die Firma nach eigenen Angaben damit zu einer Reduktion der gefahrenen Kilometer beigetragen: In Los Angeles wurden demnach 12,7 Millionen km weniger gefahren, was einer Verringerung des CO2-Ausstoßes um 1.400 Tonnen entspricht. Grundlage für den positiven Umweltnutzen ist der Einsatz digitaler Technologien zur Verabredung solcher Mitfahrten. Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass sich Uber für die Hamburger Klimawoche 2015 engagiert hat.

Je nach Geschäftsmodell ist die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten in Deutschland schwierig. Beispiel Wundercar. In Deutschland verboten, mittlerweile in Osteuropa erfolgreich und mit ordentlich Kapital ausgestattet.

Dezentrale Fertigung — Beispiel 5

Eine der bekanntesten Technologien, wenn es um Digitale Transformation geht, ist der 3D-Druck. Was wäre wenn 3D-Druck 100 mal schneller wäre? Diese Frage stellt Joseph DeSimone in einem TED-Vortrag. Die Antwort: Dann hieße die Technik nicht „3D Printing“, sondern „3D Manufacturing“. Die Fabrikation von Werkstücken, Ersatzteilen und ähnlichem könnte dann dezentral erfolgen. Beispiel: Einen 3D-Drucker in jedem Haushalt vorausgesetzt, würde die zentrale Fertigung und Lieferung von z.B. Ersatzteilen von Küchengeräten entfallen. Geräte, die ihre eigene Defekte zuverlässig diagnostieren, könnten per Internet das benötigte Ersatzteil vom Hersteller anfordern (Internet of Thing, IoT). Doch geliefert wird lediglich der Bauplan, der vom heimischen 3D-Drucker ausgeführt wird. Es bleibt noch die Frage des richtigen Einbaus – eine Herausforderung für den Entwurf der Küchengeräte.

Was wäre die Folge für den ökologischen Fußabdruck? Es entfallen einige Schritte der bisherigen Produktionskette: Zentrale Fertigung, Lagerung und vor allem der Transport.

Erwartung in der Bevölkerung

Eine Bevölkerungsumfrage zum Thema Digitalisierung in der Schweiz kommt zu dem Ergebnis, dass „Rund 60% der Schweizer glauben, dass smarte Technologien wichtig zum Erreichen der Energiewende sind.“ Aus der gleichen Umfrage stammt die Aussage, dass über 60% die Digitalisierung als Chance begreifen.

Unser Standpunkt

Es wird Zeit, dass wir auch in Deutschland unseren Kulturpessimismus bezüglich der Digitalisierung ablegen, und wir sollten verstärkt die Chancen sehen. Natürlich gibt es schwierige Fragen des gesellschaftlichen Umbaus zu beantworten – vor allem in der Arbeitswelt. Es gibt Fragen des Datenschutzes und des grundlegenden Verständnisses von Datenhoheit. Aber es gibt eben auch gigantische Chancen, mit der Digitalisierung in erheblichem Maße zur Erhaltung der Umwelt beizutragen. Diese Chancen sollten wir nutzen.

 

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