Wurst

Learn how to make your own Wurst

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Digitale Transformation, Digitalisierung, Mittelstand, Standpunkt
Geht man von der Wortbedeutung aus, ist das Handwerk immun gegen Digitalisierung. Hier leisten ordentliche deutsche Meister und Gesellen solide Handarbeit. Dass das ein oder andere Handwerk Probleme hat, ist bekannt – von Nachwuchssorgen bis zu Konkurrenz (z.B. Bäckerbrötchen beim Discounter). Doch es gibt auch herausragende Beispiele wie man als lokal agierender Handwerker das Digitale für sich nutzen kann. Ein Beispiel gefällig? Ich sage nur: „Where can I make my own Wurst?“

Im Sommer habe ich Claus Böbel bei einer Veranstaltung gehört. Er ist Metzgermeister im fränkischen Rittersbach mit 427 Einwohnern. Vor einigen Jahren begann er über sein Handwerk zu bloggen – und hat es damit nicht nur zu einem ansehnlichen Bekanntheitsgrad gebracht. Hier ein paar Fakten seines Nicht-nur-Digital Business:

 

  • Seine Metzgerei hat derzeit 1.562 Facebook-Fans (mehr als drei mal die Einwohnerzahl seines Ortes!).
  • Er darf sich IHK-Zukunftshändler nennen.
  • Böbel betreibt einen 24h-Verkaufsautomaten.
  • Seine Metzgerei nimmt seit 2004 (sic!) Bestellungen über einen eigenen Online-Shop entgegen.
  • Er bietet WurstERlebnis, WurstVortrag, WurstKurs, WurstSeminar (inkusive einer modernen, in der IT beliebten Schreibweise mit Binnenmajuskeln).
  • Sie haben keine Ahnung von Wurst und Metzgerei? Kein Problem: Nehmen Sie die Online-Beratung in Anspruch!.

 

Ist er noch Handwerker? Durch und durch! Hat das Digitale sein Handwerk transformiert? Absolut! Die Krone der Geschichte: Seinen WurstKurs bietet er auch für ausländische Gäste in englischer Sprache an: „Learn how to make your own Wurst“. Böbel hat den Schritt nach vorn gemacht. Gut so! Denn: Wer stehen bleibt, für den geht es irgendwann umdiewurst.de

Wie weit sind die Verbände?

Ist Böbel innovativ, ein Vorbild, einer, der vorweg geht? Ich stelle diese Frage in Relation zum Stand seines Verbandes:
Böbel betreibt seinen Online-Shop seit 2004. Zwölf Jahre später – im Oktober 2016 – meldet die Presse „Fleischer wollen Digitalisierung voranbringen„.

 

Ein Ziel seien beispielsweise Bestellungen per Smartphone,

sagte Gero Jentzsch vom Deutschen Fleischer-Verband der

Deutschen Presse-Agentur.

 

Auf Böbels umdiewurst.de kann man längst mit wenigen Klicks online bestellen. Am Design und der User Experience kann man noch feilen, aber es funktioniert. Einfach so. Weiter heißt es im Text:

 

Im Idealfall könnten Verbraucher Fleisch und Wurst dann

auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten abholen –

etwa in speziellen Kühlfächern, die sich per Handycode

öffnen lassen.

 

In Rittersbach steht der Verkaufsautomat bereits; nicht als Ideal- sondern als Realfall. Das ist der Unterschied zwischen denen, die in der Reihe bleiben und warten, und denen, die den Mut haben, einen Schritt nach vorn zu gehen. Man muss dazu nicht wissen wo der Schritt hinführt. Das wusste Böbel anfangs auch nicht; er bloggte aus Leidenschaft für sein Handwerk.
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