Quelle: Deloitte http://bit.ly/2e0DuIi

Wo arbeiten Sie an Ihrer Digitalen Transformation?

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Wenn man die Frage „An welchem Standort arbeiten sie an ihrer Digitalen Transformation?“ ohne Vorwarnung einem Mittelständler stellt, lautet die Antwort meistens ungefähr: „Ich verstehe die Frage nicht. Unser Unternehmen ist seit 50 Jahren hier verwurzelt, und hier bleiben wir.“ Naheliegend, oder? Würden Sie auch so antworten? – Versuchen Sie doch mal dem ersten Reflex nicht zu folgen und lassen Sie die Frage zu. Vielleicht eröffnen sich auch für Sie interessante Optionen für die Gestaltung des eigenen Unternehmens.

Dass es nicht einfach ist, gute Fachkräfte für die Umsetzung der digitalen Transformation zu finden, ist in diesen Tagen eine Binsenweisheit. „Digital“ ist ein wichtiges Thema und die geeigneten Mitarbeiter wachsen nicht an Bäumen. Dass man dagegen einiges tun kann, ist auch keine Überraschung. Stellenausschreibungen schalten, aus dem eigenen Netzwerk rekrutieren, Head Hunter beauftragen, Prämien für Weiterempfehlungen ausloben, … Die Optionen sind vielfältig und bekannt.

Die Verlegung des Firmensitzes gehört in der Regel nicht dazu. Soweit muss man auch nicht gehen. Doch wie wäre es mit einem zweiten Standort? Beispiele gibt es mehr als genug! Hier nur drei davon:

  • Der in Duisburg ansässige Stahlhändler Klöckner betreibt unter dem Namen Kloeckner.i sein digitales Labor in Berlin. Fernab der Konzernzentrale lässt der CEO die Zukunft des Konzerns erfinden. „Im Unternehmen würde so eine Innovation nie möglich sein, sagt er. Schließlich ist ein Unternehmen auf die Perfektion seiner bestehenden Prozesse ausgerichtet. Da stört Veränderung nur.“, schreibt Roland Tichy.
  • Deutschlands größte Supermarktkette Edeka, baut sich die Software von Deutschlands größter Softwarefirma SAP für die konzerneigenen Anforderungen um. Lunar heißt die eigens dafür gegründete Firma mit derzeit rund 550 Mitarbeitern und einem Invest von 350 Mio €. Ansässig am Stammsitz in Hamburg und in Mannheim, nah bei SAP.
  • Für die Eroberung des damals neuen PC-Marktes schuf IBM „eine unabhängige Organisations in Florida – weit entfernt von der Zentrale in New York. […] Vielfach wird die Meinung vertreten, dass erst IBMs spätere Entscheidung, die PC-Division stärker mit IBMs Hauptorganisation zu verbinden, verantwortlich für die großen Schwierigkeiten war, Marktanteile und die Profitabilität der PC-Sparte zu halten.“ (zitiert nach Christensen)

Vielfältige Vorteile

Für eine derartige Auslagerung spricht vieles. Bestehende Organisationen „mal eben“ auf „digital“ umzustellen, funktioniert nicht. Manchmal hilft noch nicht einmal Zeit, selbst wenn sie vorhanden wäre. Die etablierten Strukturen, Prozesse und Werte im Bestandsunternehmen passen meist nicht zu den Anforderungen einer neuen, digitalen Welt. Aber sie müssen auch nicht geopfert werden. Statt dessen: Alt und neu trennen. Warum, wann, wie? Das sind komplexe Fragen, die ich in diesem Beitrag im Anriss belassen möchte (das oben zitierte Buch von Christensen beantwortet einige der Fragen). Mein Fokus liegt heute auf dem eingangs genannten Thema: Wo finde ich die Mitarbeiter?

Eine Studie von Deloitte hat diese Frage umfangreich beantwortet. „Die digitale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands hängt von der Leistungsfähigkeit der 30 größten deutschen Städte ab“, heißt es zur Einleitung der Studie. Drei Faktoren spielen in die Gesamtwertung: Talentindex, Innovationsindex und Attraktivitätsindex. Wenig überraschend ist, dass München und Berlin gut abschneiden. Interessanter sind die Details:

München punktet mit den vorhandenen Talenten. Soll heißen: Aufgrund der ansässigen IT-Unternehmen leben in der Stadt viele IT-Fachleute. Nachteil: Der Wettbewerb ist hoch, aber – schlecht für die Arbeitgeber – die Gehälter auch. Der Mittelständler, der dort rekrutieren möchte, konkurriert zum Beispiel mit Googles Entwicklungszentrum. Neben Geld und Ansehen gibt es dort ein eigenes Fitnesscenter und -trainer, einen Open-Air-Sportplatz, eine Tiefgarage für Fahrräder inklusive eigener Werkstatt und – in München vermutlich ein wichtiges Kriterium – ein eigenes Bier namens gBräu, das nur Google ausschenkt.

Berlin liegt als Startup-Hauptstadt auf Platz 2. Aber ist die höchste Gründungsintensität wirklich ein Vorteil, wenn man selbst Mitarbeiter sucht? Oder ist Gefahr, dass die eigenen Mitarbeiter sich schnell selbständig machen, real? Deloitte spricht außerdem von einer „hohen Beschäftigungsdynamik“, gemeint ist hier aber nicht die Fluktuation, sondern die Zunahme der IT-Fachleute.

Hamburg erreicht in der Rangliste den dritten Platz. Zwar befindet sich in Hamburg der Deutschlandsitz einiger großer Konzerne, und viele IT-Unternehmen wie IBM und SAP haben hier eine Dependance, trotzdem ist der dritte Platz ein wenig überraschend. Darüber hinaus ist Hamburg praktisch punktgleich mit Berlin. Und die Gründe? Forschung, Design und Stärken im Handel sind zu nennen. Doch vor allem: Hamburg ist „für die hoch qualifizierten Arbeitskräfte von morgen die attraktivste deutsche Stadt“. Deloitte bezeichnet Hamburg als Attraktivitätssieger. Mein Tipp – nicht nur, weil wir selbst in Hamburg ansässig sind – lautet: Dieser „Zukunftsfaktor“ sollte bei der Standortwahl unbedingt berücksichtigt werden.

Bemerkenswert ist auch die Verteilung der Punkte: München, Berlin und Hamburg trennen nur 6 von 100 Punkte, aber die viertplatzierte Stadt Köln liegt bereits weitere 6 Punkte hinter Hamburg. München hat mehr als 50% mehr Punkte als der Zehnplatzierte und rund doppelt soviele Punkte wie Dortmund auf Platz 16. Wie groß das Gefälle ist, zeigt ein weiterer Aspekt: Deutschland hat knapp 80 Großstädte, von denen nur 30 in der Studie auftauchen. Trotzdem kommt Gelsenkirchen auf Platz 30 nicht über 4,4 Punkte hinaus. Von digitaler Wettbewerbsfähigkeit kann man hier eigentlich nicht mehr sprechen.

1  München            94,1
2  Berlin             88,1
3  Hamburg            88,0
4  Köln               81,9
5  Stuttgart          79,7
6  Frankfurt a.M.     78,8
7  Dresden            72,1
8  Düsseldorf         66,5
9  Karlsruhe          62,5
10 Leipzig            60,1
...
16 Dortmund           48,4
...
29 Mönchengladbach    11,1
30 Gelsenkirchen       4,4

Die Lösung: Kooperation!

Für Unternehmen können sich aus dieser Sachlage handfeste Probleme entwickeln. Wer ist davon betroffen? Eine erste Antwort liegt auf der Hand: Wer in der Kleinstadt oder im ländlichen Raum digitalisieren will, kann Schwierigkeiten bekommen, die richtigen Leute anzuziehen. Günstige Immobilien und hoher Freizeitwert sind sicher ein Argument und doch hat Deloitte nicht ohne Grund einen Attraktivitätsindex in seine Wertung einbezogen. Wer die Studie ernst nimmt, darf sich in diesem Punkt nichts vormachen: Die Metropolen ziehen an.

Doch auch dort kann es Probleme geben. Wer etwa in Berlin digitales Ingenieur-Know-how braucht, findet in der „Startup-Haupstadt“ vielleicht weniger geeignete Mitarbeiter als in der „Ingenieursschmiede“ Stuttgart. Soll heißen: Die führenden Städte besitzen ihre Stärken und Spezialisierungen.

Wie kann eine Lösung aussehen, wenn man mit dem Familienunternehmen nun gerade nicht am optimalen digitalen Standort ansässig ist? Deloitte formuliert es so:

„In diese […] Städte sollten Unternehmen Brückenköpfe
bauen, um die neuesten technologischen Erkenntnisse
anwenden zu können, aber auch um ihre Strategien auf
entstehende Geschäftsmodelle anzupassen. Dies kann
über die Verlagerung beispielsweise von Forschungs-,
Innovations-, oder Strategieeinheiten, aber auch über
Kooperationen mit Forschungseinrichtungen oder Start-
ups geschehen. Diese Form des Innovationsmonitorings
kann in Zeiten, in denen eine neue App in manchen
Bereichen etablierte Firmen in kürzester Zeit existenziell
bedrohen kann, erfolgskritisch sein.“

Das kann auch der Mittelstand

Die einleitenden Beispiele von Unternehmen, die entsprechende Schritte unternommen haben, betreffen Konzerne. Doch auch Mittelständler können diesen Schritt gehen. Kooperationen mit Startups, die immer wieder genannt werden, sind grundsätzlich gut. Jedoch ist Vorsicht geboten, wie man diese Kooperation ausführt. Zuviele Beispiele zeigen, dass ein Startup, das in einen bestehenden Betrieb integriert wird, oft nicht lange (produktiv) weiterlebt. Auf der anderen Seite ist eine reine Finanzbeteiligung auch nicht zwangsläufig zielführend. Zu groß ist die Zahl der digitalen Startups, die erfolglos bleiben. Kooperation ist eben mehr als Kaufen und Beteiligen.

Aus diesem Dilemma gibt es einen Ausweg: Kooperation mit Kutura. Wir machen Sie in drei Schritten fit für’s Digitale. So sehen unsere Schritte aus:

  1. Entwicklung Ihrer Innovationsstrategie
  2. Entwicklung Ihrer digitalen Strategie
  3. Ausgründung und Betrieb Ihrer eigenen Software-Entwicklung

 

Wir erklären Ihnen gerne die Details. Unverbindlich! Den wichtigsten Schritt können sie JETZT machen: Nehmen Sie sofort Kontakt zu uns auf!

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Die vollständige Studie ist bei Deloitte zu finden.